Stromausfall-Vorsorge: Die ehrliche Checkliste
Was für 48 Stunden ohne Strom wirklich zählt
Beim Thema Krisenvorsorge liegen zwei Extreme dicht beieinander: die Annahme, es werde schon nichts passieren, und eine Ausrüstungsliste für den Weltuntergang. Sinnvoll ist der Bereich dazwischen — vorbereitet sein für ein bis drei Tage ohne Strom, Wasser oder Mobilfunk.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt Privathaushalten einen Vorrat für etwa zehn Tage. Der folgende Text orientiert sich an dieser Größenordnung, priorisiert aber nach dem, was zuerst knapp wird.
1. Wasser — die klare Priorität
Ohne Strom fallen in vielen Regionen auch Pumpen aus. Als Richtwert gelten rund zwei Liter Trinkwasser pro Person und Tag, plus etwa einen halben Liter für die Zubereitung von Essen. Für einen Zwei-Personen-Haushalt und zehn Tage sind das etwa 50 Liter.
Zusätzlich sinnvoll: eine Möglichkeit, Wasser aufzubereiten — Abkochen setzt eine stromunabhängige Kochstelle voraus, Filter und Entkeimungstabletten funktionieren ohne.
2. Licht
Kerzen sind die schlechteste der verfügbaren Optionen: Brandgefahr, wenig Licht, verbrauchen Sauerstoff. Besser sind LED-Lampen mit Batterien, Stirnlampen (Hände bleiben frei) und mindestens eine Lichtquelle pro Person. Batterien getrennt lagern und das Ablaufdatum im Blick behalten.
3. Wärme
Bei Stromausfall fällt in den meisten Wohnungen auch die Heizung aus, weil Umwälzpumpe und Steuerung Strom brauchen — selbst bei Gasheizungen. Wichtiger als jedes Heizgerät sind daher zunächst warme Kleidung, Schlafsäcke und Decken sowie die Entscheidung, im Ernstfall nur einen Raum zu nutzen.
Bei Heizgeräten für Innenräume ist Vorsicht geboten: Gas- und Petroleumöfen verbrauchen Sauerstoff und können Kohlenmonoxid freisetzen. Sie gehören nur mit ausdrücklicher Freigabe für Innenräume, ausreichender Lüftung und einem CO-Melder zum Einsatz. Grillkohle gehört niemals in geschlossene Räume.
4. Essen ohne Kochen
Der Vorrat sollte aus Dingen bestehen, die ohne Strom essbar sind und die man tatsächlich mag — ein Notvorrat, der nach Ablauf weggeworfen wird, war umsonst. Bewährt hat sich das Rollprinzip: normal einkaufen, das Älteste zuerst verbrauchen, nachkaufen.
- Konserven (Gemüse, Fisch, Hülsenfrüchte, Fertiggerichte)
- Knäckebrot, Zwieback, Nüsse, Trockenobst
- Haferflocken, Honig, Nussmus
- Ein Dosenöffner, der ohne Strom funktioniert
5. Information
Mobilfunkmasten haben oft nur wenige Stunden Notstrom. Ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio (UKW/DAB+) ist deshalb nach wie vor das zuverlässigste Mittel, um behördliche Durchsagen zu empfangen. Eine Powerbank hält das Handy zusätzlich einige Zeit am Leben, ist aber kein Ersatz.
Ebenso hilfreich: wichtige Telefonnummern und Adressen auf Papier. Sie nützen nichts, wenn sie nur im ausgeschalteten Handy stehen.
6. Dokumente und Bargeld
Bei Stromausfall funktionieren Kartenzahlung und Geldautomaten nicht. Ein kleiner Bargeldbetrag in haushaltsüblicher Stückelung ist sinnvoll. Wichtige Dokumente — Ausweise, Versicherungsunterlagen, Nachweise — gehören griffbereit an einen Ort, idealerweise zusätzlich als Kopie.
7. Medikamente und Erste Hilfe
Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte den Vorrat nicht auf die letzte Packung auslaufen lassen. Dazu ein Verbandkasten und, falls kühlpflichtige Medikamente nötig sind, vorab mit der Apotheke oder Arztpraxis klären, was bei längerem Stromausfall zu tun ist.
Was man sich sparen kann
Nicht nötig sind für dieses Szenario teure Spezialausrüstung, militärische Notrationen oder Ausrüstung, deren Bedienung man nie geübt hat. Ein Gerät, das im Ernstfall zum ersten Mal ausgepackt wird, ist im Zweifel wertlos.
Ausführliche und laufend aktualisierte Empfehlungen veröffentlicht das BBK. Unser GZ Survival Kompass bündelt praktische Anleitungen zu Wasseraufbereitung, Feuer, Shelter, Heilpflanzen und Erster Hilfe in einer Anwendung, die vollständig offline funktioniert — also auch dann, wenn kein Netz mehr da ist.
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt weder medizinischen Rat noch die offiziellen Hinweise der zuständigen Behörden. Im Notfall gelten immer die Anweisungen von Rettungsdiensten und Katastrophenschutz.